Gastblog von Sina

Kennst Du das auch: Die To Do Liste ist voll, kaum ist ein Punkt erledigt, kommen fünf neue Punkte dazu? Die Arbeit mit den vielen Aufgaben und Terminen, die Wohnung zu putzen, der Partner wartet auf ein Gespräch, vielleicht gibt es Kinder oder andere Familienangehörige, die „versorgt“ werden wollen… Schon ist der Tag wieder verflogen und Du hattest keine Zeit für eine Pause, für Bewegung oder gesunde Ernährung. Keine Zeit für Dich. Du kannst abends kaum abschalten und schlecht einschlafen oder wachst nachts völlig gerädert auf und grübelst, wie Du alles schaffen kannst. Du fragst Dich, wie Du genau das Leben leben kannst, das Du Dir wünscht. Der Weg dorthin führt über die Achtsamkeit.

War das schon alles?

Du bist wichtig! Denn nur, wenn Du Dich auch um Dich selbst sorgst und kümmerst und es dir gut geht, bleibst Du gesund und kannst für andere da sein. Dauerstress macht krank, schwer krank. Die Folgen sind körperliche stressbedingte Symptome wie Verdauungsstörungen, Kopf- und Nackenschmerzen, Schlafprobleme oder Libidoverlust. Möglich sind zudem psychische Folgen wie Gereiztheit, Aggressivität bis hin zu Depressionen. Nicht ohne Grund sind unter den psychischen Erkrankungen und Burnout-Patienten so viele Mütter wie nie zuvor. Alles andere steht an erster Stelle. Leider nehmen wir oft die Signale unseres Körpers nicht so ernst. Bis nichts mehr geht.

Ich spreche aus eigener Erfahrung. Mit drei Kindern, unter anderem Zwillingen, meiner Selbständigkeit, Haus und Garten, Haustieren und Mann war ich selbst am Rande des Burnouts. Gerettet hat mich Achtsamkeit. Ich habe über Monate hinweg Achtsamkeitsübungen gemacht. Sie gehören zu meinem Alltag nun einfach dazu und mir fehlt etwas ohne sie.

Durch Achtsamkeit ganz im Moment leben

moment-leben-achtsamkeit-sina-lgvWas versteht man unter Achtsamkeit? Wieder im Moment leben, annehmen was ist und nicht im Multitasking-Modus durchs Leben hetzen – das ist das ganze Geheimnis der Achtsamkeit. So simpel es klingt, so schwierig ist es zu Beginn. Denn wir sind es nicht mehr gewohnt, inne zu halten und hinzuschauen was kommt.

Ich kann mich noch genau an meine erste Übung erinnern. Ich dachte, ich springe vom Stuhl auf und aus dem Seminarraum – einfach weg von allem, was da so kam. Die Ruhe, Stille und Leere, das Nichtstun waren kaum auszuhalten. Ein schönes Bild hierzu ist eine Wasseroberfläche. Stellt Euch die Oberfläche mit hohen Wellen vor. Erst wenn der Sturm sich legt und es ganz still wird, könnt Ihr in der glatten Oberfläche Euch selbst sehen.

Mit Entschleunigung zu einer positiven Lebenseinstellung

Gelassenheit, innere Ruhe und Entschleunigung sind die ersten Effekte, die sich durch regelmäßige Übungen einstellen. Und dies ist für die meisten schon ein immenser Zugewinn. Wir kommen endlich aus dem Gedankenkarussell heraus, können wieder gut ein- und durchschlafen und gelangen wieder mehr in die Selbstfürsorge: „Wie geht es mir, was brauche ich im Moment?“ „Möchte ich mich darüber wirklich aufregen oder schaue ich erst einmal hin, ohne zu werten und zu beurteilen?“

Wir spüren uns und unsere Gefühle und Bedürfnisse wieder oder einfach früher. Und hierdurch kommen wir  aus dem Autopiloten heraus und wieder hin zu einer überlegten Entscheidung. Durch regelmäßiges Üben gelangst Du nicht nur zu einem entspannten und entschleunigten Leben, sondern zu einer anderen Lebenseinstellung – positiver, dankbarer, demütiger und auch glücklicher.

Keine Zeit für lange Achtsamkeitsübungen?

Ihr denkt jetzt sicher: „Ich habe keine Zeit zum Üben.“, „Nicht noch etwas, das ich tun MUSS.“. Zum Glück benötigt Ihr für das tägliche Üben von Achtsamkeit nicht viel Zeit. Ihr könnt Achtsamkeit sogar bei Alltagstätigkeiten wie dem Wäsche zusammenlegen, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Kochen „üben“. Seid mit allen Sinnen bei der Tätigkeit. Spürt, wie es ist zu „gehen“. Riecht, wie die frischen Kräuter duften. Betrachtet die unterschiedlichen Farben und Formen der Stoffe, befühlt und riecht sie. Wieso nicht achtsam Wäsche zusammenlegen? Getan werden muss es ohnehin. Weshalb nicht achtsam von der Haltestelle zur Arbeit gehen? Gehen musst Du ohnehin. Es kostet Dich keine Minute mehr, aber Du entspannst währenddessen.

Die Rosinenübung

achtsamkeitsübung-entschleunigung-lebensgut-verlagMit meinen Klienten mache ich hierzu die Rosinenübung. Wer keine Rosine mag, darf gerne ein Stück Brot oder Apfel nehmen. Zuerst betrachtet Ihr die Rosine ganz ausführlich. Von allen Seiten, die Form, die Farbe, Regelmäßigkeiten oder Unterschiede. Vielleicht mögt Ihr Euch auch vorstellen, wo die Traube wohl gewachsen ist. Dann befühlt Ihr die Rosine. Hierzu ist es hilfreich, die Augen zu schließen. Anschließend riecht Ihr an Ihr. Würdet Ihr erkennen, dass das eine Rosine ist? Mit welcher Situation oder mit welchem Erlebnis verbindet Ihr diesen Geruch? Welche Gefühle entstehen? Schaut Euch alles an, aber bewertet nicht. Zuletzt legt Ihr die Rosine in den Mund und spürt, wie sie sich dort anfühlt. Anschließend kaut Ihr sie ganz langsam und schmeckt nach. Wie schmeckt Euch eine Rosine? Schmeckt sie intensiver, süßer als Ihr es in Erinnerung hattet? Und nun spürt Ihr einige Momente in Ruhe nach, was Euch für Gedanken kommen.

Wenn Ihr eure nächste Mahlzeit ein bisschen bewusster mit allen Sinnen genießt, werdet Ihr überrascht sein, was Ihr alles schmeckt und wie intensiv es ist. Dies dient übrigens auch dazu, dann und nur dann zu essen, wenn man Hunger hat

Angeleitete Übungen als Ergänzung

Übungen im Alltag bzw. während Alltagstätigkeiten können und sollten durch angeleitete Übungen ergänzt werden. Hier gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten: kurze Atemübungen, Traumreisen zu besonderen Orten, Bewegungsübungen, Meditationen oder einen Bodyscan. Ich mache in meinen Kursen und im Einzelcoaching gerne Miniübungen als „Calm Downer“ für sehr stressige Momente. Diese dauern nicht länger als zwei Minuten und sind extrem hilfreich, um kurz abzukühlen und dann in Ruhe reagieren zu können.

Neugierig?

Ich hoffe ja! Dann lade ich Dich ein, achtsam zu sein und auszuprobieren, ob das etwas für Dich sein könnte. Versuche die oben angeführte Rosinenübung, gerne mit anderen Lebensmitteln. Und wenn Du magst, melde Dich gerne und ich leite Dich an. Das geht auch gut über ein Webmeeting und hilft dir sicher, gut durch diese herausfordernde Zeit zu kommen.

 

In diesem Buch findest Du Anregungen für mehr Achtsamkeit in Deinem Leben.

 

 

Über die Autorin

Sina Schwenninger war schon immer fasziniert vom Zusammenhang zwischen Ernährung, Lebensweise und Gesundheit bzw. der Prävention von Krankheiten. Nach einem Studium als Wirtschaftsingenieurin war sie im Marketing eines großen deutschen DAX-Unternehmens tätig. Als Mutter von drei Kindern gewann das Thema Essen und Gesundheit zunehmend an Bedeutung. Sie bildete sich zur Ernähungsberaterin und „Fachberater Stress und Burnout“ bei der MILD Akademie in München aus. Dieses Wissen gibt sie heute als Ernährungsberaterin, Achtsamkeitstrainerin und Coach zur Stressbewältigung weiter.

www.gesund-leben-gesund-bleiben.de

Lebensgut Verlag
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