Magdalia und die Gnome

von Sonja Bienemann
Illustrationen von Susanne Bauermann

Magdalia und die Gnome nimmt uns mit auf eine Reise zwischen den Welten. Wir bekommen Einblicke in die Welt der Fabelwesen und der Tiere des Waldes. Wir erleben, was es heißt, wenn Lebensräume bedroht und vernichtet werden.

Wir begleiten die Kräuterfrau und die Gnomfamilie durch ihren Garten und die Natur. Ganz nebenbei lernen wir viel über Kräuter und deren Anwendung, aber auch über nachhaltigen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen. Magdalia zeigt den Gnomen und somit auch dem Lesenden, wie und wann man Kräuter erntet und verarbeitet. Dabei ist es egal, ob wir in der Küche oder der grünen Hausapotheke agieren. Beides überschneidet sich im Kräuterwissen auch gerne. So finden sich im Anhang auch einige der Rezepte, sodass man die gelernten Inhalte auch gleich selber in die Tat umsetzen kann.

Ein Buch über Kräuterwissen, Natur und Pflanzen und über Freundschaft, Familienbande und starke Kinder. Ein Buch zum Vorlesen und selber lesen, zum Entdecken und Träumen für Kinder ab 8 Jahren.

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Die Kräuterfrau Magdalia lebt am Rande des Waldes. Sie stellt fest, dass aus ihrem Garten in letzter Zeit immer mehr Gemüse verschwindet.

Wer mag wohl dieser dreiste Dieb sein? Sie beschließt sich auf die Lauer zu legen.

Als der verletzte Gnom Roffo vor ihr steht und sie um Hilfe bittet, öffnet sie für ihn ihre grüne Hausapotheke. Er erzählt ihr von der Not der Waldbewohner auf der anderen Seite des Waldes.

Der Wald, ein wichtiges Ökosystem und Lebensraum für viele Tiere und andere Wesen, ist bedroht. Magdalia kann zwar die schlimmsten Folgen nicht verhindern, aber sie verspricht zu helfen, wo sie kann.

Die Gnomgeschwister Roffo und Hetti ziehen bei ihr ein und Magdalia teilt ihr Kräuter- und Pflanzenwissen mit den Gnomen. Sie und die Leser lernen so spielerisch, wozu man Kräuter verwenden kann, wann und wie man Kräuter erntet und wo Gefahren lauern können. Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es für die eigene Gesundheit?

So entsteht langsam eine Freundschaft zwischen Magdalia und den Gnomenkindern. Begleite Magdalia, Roffo und Hetti und erfahre viel über Freundschaft, Natur und Naturschutz, Kräuteranwendungen und gesunde Ernährung.  Am Ende des Buches findest Du einige Rezepte und Anwendungen, die Magdalia den Gnomen verraten hat, sodass auch Du ihr Wissen anwenden kannst.

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Wie alles begann

In einem kleinen Häuschen am Rande des Waldes lebte die Kräuterfrau Magdalia. Vermutlich lebte sie schon immer da.  Jedenfalls konnte sich niemand daran erinnern, dass Magdalia nicht dort gelebt hätte – auch die ganz alten Leute nicht. Folglich musste Magdalia uralt sein. Und doch sah sie nicht so aus. Also, sie war nicht mehr jung, aber steinalt sah sie bestimmt nicht aus. Sie lebte
allein dort, mit ihrem schwarzen Kater und ihrer weißen Katze.
Magdalia ging nur selten ins Dorf. Sie versorgte sich meist selbst mit den Dingen, die sie brauchte. Ihr Gemüse und Obst baute sie in ihrem großen, schönen Garten an. Die Leute aus dem Dorf kamen nie zu Magdalia. Zumindest gab niemand zu, sie je besucht zu haben. So war es schon immer und vermutlich wird es auch immer so bleiben: Die Menschen sind etwas scheu mit den Kräuterkundigen.

Magdalia war natürlich verschwiegen genug und redete nicht darüber,
wer zu ihr kam. Sie redete sowieso kaum, wenn sie im Dorf war. Sie war freundlich und offenherzig, aber nie geschwätzig. Sie mochte die Menschen und die meisten Menschen mochten sie, auch wenn einige sie mit etwas Argwohn oder Angst beobachteten. So wie das eben ist, wenn jemand fremd und anders ist. Am liebsten werkelte Magdalia in ihrem Garten oder in ihrer Küche herum. In ihrem Garten wuchsen allerlei Gemüse und Obst und natürlich unzählige Kräuter, die Magdalia gut kannte, und von denen sie wusste, wie sie anzuwenden
sind…..

Dieses Buch bezaubert auf besondere Weise. Die Geschichte von Magdalia und den beiden Gnom-Geschwistern Roffo und Hetti und deren Vater Kunno zieht in den Bann, weil das Menschliche darin anrührt. Ein fein gewobenes Gespinst aus zarten Worten um herzhafte Taten. Und ganz nebenbei fließt Kräuterwissen ein, man merkt es beim Lesen kaum.

Während bei Tee und Keksen der verletzte Roffo die Angst verliert, zutraulich wird und mehr und mehr mit Magdalia ins Gespräch kommt, lassen Propolis-Tinktur und Harzsalbe seine Wunde heilen: So wünschen sich nicht nur Gnome Hilfe bei Wehwehchen.

Und wenn das Wildkraut, das nach Pilzen duftet und gleichzeitig ein echtes Notfallpflaster ist, als Suppe schmeckt, versöhnt das auch Hetti, die kleine Schwester Roffos. Da lernen die beiden Gnome gleich die drei Geschwister des „Wegspitzerichs“ kennen, den lanzettlich-schmalen Spitzwegerich, den breiten Breitwegerich und den mittleren Mittelwegerich dazu. Außerdem erfahren wir alles über das beruhigende Zauberkraut Lavendel, über Korb- und Lippenblütler
und die hautheilende Ringelblume. Und was es bedeutet, wenn der Wald abgeholzt wird und die Bäume, die für uns Sauerstoff produzieren und Lebensraum für so viele Lebewesen sind, immer weniger werden.

Pflanzenwissen, das man brauchen kann! Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern in eine Geschichte gewoben, die uns lächeln lässt und bei der die Fantasie mit uns davonläuft. Ich jedenfalls bekam beim Lesen den Wunsch, wieder Kind zu sein.

Wer von Magdalia und ihrem Garten liest, erfährt auch etwas über sich selbst. Sonja Bienemann versteht es, uns mitzunehmen in die Welt, wie sie eben ist: voll Humor, Lachen und Witzchen, ohne jedoch die Sorgen und Ängste auszusparen.

Sie zeigt uns die wunderbaren Möglichkeiten, Kummer und Not anzuschauen und aufzulösen. Wie kleine Taten Großes bewirken, und wie Freundlichkeit, Neugier, Offenheit und Aufgeschlossen-Sein die Welt ein bisschen schöner machen können. Im wahren wie im Märchen-Leben, oft ist es das Gleiche: Kleine schöne
Augenblicke können Großes anstoßen, ein Lächeln trübe Gedanken vertreiben und das Herz weich machen. Oder wie Pippi Langstrumpf es bereits sagte: „Warte nicht darauf, dass die Menschen dich anlächeln … zeige ihnen, wie es geht.“

Voilà, hier habt ihr es …

Viel Freude beim Lesen und Vorlesen und Sonja Bienemann herzlichen Dank fürs Mitnehmen in diese schöne kleine Welt mit großem Inhalt!

Ursel Bühring

Bilder aus dem Inneren

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Über Sonja Bienemann

Sonja Bienemann ist ausgebildete Kräuterpädagogin und Wechseljahreberaterin und verfügt über die Fortbildung „Grüne Hausapotheke“. Mit ihren Kräutermärchen und Geschichten möchte sie ihr Wissen an Kinder und Erwachsene weitergeben, um so den Blick für die Kräfte der Natur zu schärfen. Auch der Umweltschutz ist ihr ein großes Anliegen.

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Über Susanne Bauermann

Susanne Bauermanns Leidenschaft sind Illustration, Animation und Malerei. Sie ist gelernte Trickfilmzeichnerin und verfügt über ein Diplom der Malakademie des Münchner Bildungswerkes. Sie illustriert Bücher, gestaltet Flyer, entwickelt Logos und setzt auch die ausgefallensten Wünsche zeichnerisch und malerisch um.

Stimmen zum Buch

Ein Buch über Fremde, über Freundschaft und über Versöhnung

Wer als Kind das Glück hatte, durch unberührte Wiesen, Felder und Wälder streifen zu können, hat sich vielleicht damals auch gefragt: Welche Wesen könnten hier zu Hause sein – versteckt vor unseren Blicken? Sonja Bienemann entwirft eine Welt, die manchen von uns in diesen Situationen vielleicht durch die Fantasie gegeistert ist. Eine Welt der Elfen, Kobolde und Gnome. Deren Paradies ist allerdings bedroht – und so flüchten zwei junge Gnom-Kinder zur Menschenfrau Magdalia.

Was sie bei der Kräuterfrau lernen, lernen auch die Leser: Wie Pflanzen heilen können; wie Blüten getrocknet und verarbeitet werden können – und wie man eine Nicht-Pilz-Suppe kocht.

Ein Buch über Fremde, über Freundschaft und über Versöhnung: Zum Vorlesen, zum Selbst-Lesen und zum Selbst-Ausprobieren: Wer bei der Lektüre hungrig wird, dem sei der Rezeptanhang empfohlen.

„Magdalia und die Gnome“ lädt ein zum Träumen, zum Hinterfragen und zum Innehalten. Denn wer mit Bienemanns Figuren durch die üppigen Wiesen gewandert ist, wird auch vor der eigenen Haustür mit anderen Augen schauen auf das, was wächst – auf das, was wir für ganz selbstverständlich halten.

Anne R.

Welch ein Schatz…

… ist dieses Buch ‚Magdalia und die Gnome‘! Beim Lesen erscheinen vor meinem geistigen Auge bunte Farben und Bilder der Welt der Magdalia. Ich höre ihre lebendigen Dialoge mit den Gnomen und fast scheint es mir, als würde ich die Düfte und den Geschmack der Pflanzen- und Kräuterwelt riechen und schmecken können.

Angereichert wird die Geschichte mit einer wertvollen Sammlung der im Buch vorkommenden Rezepte, versehen mit hilfreichen persönlichen Anmerkungen der Autorin.

Ein sehr empfehlenswertes, phantasievolles Buch, das auch aufzeigt, wie eine liebe- und respektvolle Annäherung zwischen Mensch- und Naturgeisterwelt gestaltet werden kann.

Katrin S.

Ganz sicher gehen wir nach dem Lesen dieses Buches mit anderen Augen durch den Wald und über eine Wiese

In Magdalias Kräuter- und Gemüsegarten geschieht Seltsames in letzter Zeit. Sie wohnt am Rande des Waldes und ist es gewohnt, dass Rehe oder Kaninchen sich an Knospen und Salat gütlich tun. Aber jetzt ist es anders. Als dann der kleine Gnom Roffo mit einem verletzten Arm vor ihr steht, wird klar, wer das Gemüse mitgenommen hat. Magdalia versorgt Roffos Wunde und lädt ihn zum Essen ein. Etwas später bringt er seine kleine Schwester Hetti mit, die weitaus misstrauischer gegenüber Magdalia ist. Magdalia kocht ihnen eine Suppe, die nach Pilzen schmeckt, auch wenn gar keine drin sind. Auf diese Weise lernen nicht nur die Gnomkinder, sondern auch die Leserinnen und Leser den Spitzwegerich und seine Geschwister kennen. Von Roffo und Hetti erfährt Magdalia, was auf der anderen Seite des Waldes vor sich geht und beschließt den Gnomen zu helfen. Das ist gar nicht so einfach, denn sie muss den knurrigen Vater der beiden überzeugen.

Die Abholzung des Waldes kann Magdalia nicht stoppen, aber sie bietet Roffo und Hetti ein neues Zuhause und teilt ihr Wissen über die Kräuter und ihre Wirkungen mit ihnen – und mit uns. Am Ende des Buches überraschen leckere Rezepte, mit denen kleine und große Menschen noch einmal in die Welt von Magdalia und ihren Freunden eintauchen können. Und ganz sicher gehen wir nach dem Lesen dieses Buches mit anderen Augen durch den Wald und über eine Wiese und begegnen hoffentlich unseren Mitmenschen und der Natur so wie Magdalia es tut: freundlich, zugewandt, mit Geduld und einem Blick für das Ganze. Das ist nicht immer einfach, aber wenn uns das gelingt, haben wir einen großen Schritt getan.

Kathrin B.